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Niedersächsisches Museum  für  Kali- und Salzbergbau
Kavernen

       Heutige Nutzung der Salzstöcke

Neben der Nutzung der riesigen Salzstöcke tief in der Erde unter Niedersachsen zur Gewinnung von Steinsalz und Kalisalzen hat sich in den letzten 50 Jahren eine neue Nutzung ergeben. Oft in großer Tiefe bis über 1800 m, weit unterhalb der tiefsten Sohlen der früheren Bergwerke, werden zylinderförmige Hohlräume ausgespült und dann mit Erdgas unter hohem Druck gefüllt (200 bar), dies sind die sogenannten
Erdgas-Speicher-Kavernen.

Salzkavernen sind also künstliche Hohlräume im Salzgestein. Zur Erstellung wird eine Bohrung abgeteuft, die oberhalb der Kaverne mit Stahlrohren und Zement gegen das umgebende Gebirge abgedichtet wird. Durch Einpumpen von Wasser löst sich das Salz. Die entstehende Sole wird nach obertage verdrängt und umweltgerecht entsorgt, im Fall der Kavernen in Empelde ursprünglich in die Kammern der stillgelegten Grube Hansa in Empelde und später in die Kammern der Grube Bergmannssegen-Hugo in Sehnde.

Vorteile der Gaskavernen im Vergleich zu obertägigen Gasbehältern sind die große Sicherheit durch mehrere hundert Meter Abstand zum Deckgebirge wie zu Nachbarkavernen, die extrem hohe Dichtheit des Salzgesteins, die hohe Speicherkapazität und der minimale Verbrauch von obertägiger Fläche. 
In Norddeutschland gibt es bereits mehr als 100 Kavernen u.a. in Rüstringen, Etzel (Nähe Wilhelmhaven), Lesum, Sottorf, Huntorf, Heide (Holstein). Hier werden seit 1968 Rohöl, Erdgas und auch Druckluft gespeichert.  

Weshalb investieren Firmen wie die GHG (Gasspeicher Hannover GmbH) in Erdgasspeicher?
  • Ausgleich zwischen geringem Verbrauch im Sommer und hohem Verbrauch im Winter
  • Reserve für extrem kalte Perioden und Ausfälle aus z.B. politischen Gründen
  • Gashandel.
Die Dimensionen am Beispiel der Kaverne K4 der GHG in Empelde: 
  Höhe über 400 m (-1300 m bis -1700 m), geometrisches Volumen ca. 620 000 m3
  Speichervolumen ca. 40 Millionen m3 (Normkubikmeter). 
  Bei Speicherdrücken zwischen 30 und 200 bar können in den 3 zukünftigen Kavernen (K5 bis K7) 
  weitere ca. 150 Millionen Kubikmeter Gas gespeichert werden. 
  Das entspricht dem Inhalt von etwa 500 oberirdischen   Kugelgasbehältern von 30-40 m Durchmesser!

In Empelde betreibt die GHG derzeit 5 Kavernen mit einem totalen Fassungsvermögen von über
1 000 000  m
3. Das darin gespeicherte Erdgas würde für viele Monate für die gesamte Region Hannover
ausreichen.
In 2011 und 2012 wurden die Kavernen K1 und K2 vergrößert und weiter gesichert.
Im Herbst 2013 wurdet die 4. Kaverne fertiggestellt und in Betrieb genommen. Dazu wurde auch ein neuer
großer Kompressor angeschafft.

2015 wurde die Kaverne K5 angelegt und geht 2017 in Betrieb, ebenfalls 2015 wurde eine neue Leitstelle gebaut,
die 2017 bezogen wird.

Weitere Informationen dazu gibt es unter www.gasspeicher-hannover.de und www.bürgerforum.gaskavernen.de.

In Jemgum (bei Leer) sind 33 Kavernen mit insgesamt 24 Millionen m3 im Bau und weitere maximal 90 Kavernen sind in Etzel bei Wilhelmshaven im Bau oder geplant. 


Was geschieht mit den Kavernen, wenn mal kein Bedarf für Erdgasspeicherung mehr bestehen sollte?
Dann werden die Kavernen mit Wasser geflutet und die Bohrungen später dauerhaft mit Zement verschlossen.



Bild Bohrturm
     Bohrturm der 5. Kaverne (2009)

Bild Ventilstation
   oberirdische Ventilstation

   

Kavernen-Prinzip (nicht maßstäblich)
    Bild Lageplan      
    Darstellung von 3 Kavernen                      Lageplan der Kavernen in Empelde                Schautafeln am Zaun      
       
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